Nienstedten und Blankenese – Vorreiter im Klimaschutz
Nienstedten und Blankenese nehmen freiwillig als einer von vier „Kooperationsräumen“ der Nordkirche am Modellprojekt „Nachhaltige Kirchengemeinden“ (MoNKi) teil. Sie wollen bereits 2035 klimaneutral sein – zehn Jahre vor dem von der Bundesregierung geplanten Termin. Der Kirchenkreis Hamburg West/Südholstein fördert das ambitionierte Ziel (weitere Info hier ...).
Andrea Boysen, Innenarchitektin und Baubiologin, Nienstedtener Kirchengemeinderätin und Klimaschutzbeauftragte, erläutert das Projekt.
Bei der Umsetzung der Energiewende drückt die Bundesregierung gerade auf die Bremse. Warum hat sich die Nordkirche für einen mutigeren Weg entschieden?
Sie ist offenbar anderer Meinung als die Bundesregierung. Angesichts der aktuellen Energiekrise brauchen wir nicht weniger, sondern mehr Tempo, um die technisch längst mögliche Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energien zu erreichen. Deshalb bin ich auch froh, dass unsere Kirche bei ihrem Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2035 bleibt. Das ist ökonomisch und ökologisch vernünftig und stärkt die Unabhängigkeit und Resilienz unserer Gemeinden
Warum engagieren sich unsere Gemeinden im Projekt MoNKi?
Weil wir damit nicht nur unsere gute Zusammenarbeit beweisen wollen, sondern auch Vorreiter in einem ambitionierten Umweltprojekt der evangelischen Kirche sein können. Wenn es uns gelingt, unsere ökologischen Ziele zu erreichen, könnten wir Vorbild sein und auch andere Gemeinden zum Mitmachen motivieren.
Was sind die nächsten Schritte der MoNKi-Gruppe?
Wir arbeiten mit einem Energieberater an Konzepten für die nachhaltige Versorgung unserer Gebäude mit Strom und Wärme. Mit Lichtspezialisten wollen wir bei der Beleuchtung unserer Friedhöfe und Kirchplätze Sicherheit, Ökologie, Ästhetik und Energiesparen in Einklang bringen. Mit Unterstützung eines Gartenfachmanns planen wir Bepflanzungen, die unsere Grundstücke zu einer Augenweide und einem Ort für Artenvielfalt machen. Da wir das Zertifikat „ökofaire Gemeinde“ anstreben, achten wir auch beim Einkauf aller Arbeitsmaterialien unserer Mitarbeit auf Nachhaltigkeit. Doch unsere wichtigsten „Bausteine“ sind die Menschen, die in unseren Gemeinden leben und sich für die Umwelt engagieren. Wir freuen uns über ein Feedback und werden hier regelmäßig berichten.